"Das Knirschen von Sand auf Fliesen..."

Formen der weiblichen Subjektivität in “DAU. Katja Tanja”

Autor/innen

  • Rachel Morley UCL School of Slavonic and East European Studies

DOI:

https://doi.org/10.17892/app.2022.00014.293

Schlagworte:

Jekaterina Oertel; weibliche Subjektivität; weiblicher Blick; Filmsprache; feministische Filmtheorie; filmischer Sex; Pornografie; Frauenkino; lesbisches Kino; LGBTQ Rechte im heutigen Russland

Abstract

Dieser Artikel unternimmt eine Analyse von DAU. Katja Tanja (2020, Deutschland, Ukraine, Vereinigtes Königreich, Russland), einem der sieben DAU-Filme, bei denen Jekaterina Oertel gemeinsam mit Il’ja Chržanovskij Regie geführt hat. Annäherung an DAU. Katja Tanja als Kino, als ästhetisches Objekt, aber auch unter Berücksichtigung der Art und Weise, wie es die Spannung des Projekts zwischen dem Realen und dem Inszenierten offenbart, argumentiere ich – im Gegensatz zu den meisten bisherigen Publikationen – dass das weibliche Subjekt einen bedeutsamen Platz in DAU einnehmen kann. Zu diesem Zweck untersuche ich die Art und Weise, wie weibliche Subjektivität im Film formal (d.h. filmisch) ausgedrückt wird. Meine Analyse gliedert sich in zwei Teile. Zunächst konzentriere ich mich auf die ersten, in sich abgeschlossenen neuneinhalb Minuten des Films, die als Prolog fungieren und skizzieren, wie Chržanovskij und Oertel formale filmische Ausdrucksmittel in Verbindung mit den symbolischen Handlungen des Sprechens, Schauens und Fühlens nutzen, um die Subjektivität ihrer Protagonistin auszudrücken. Im zweiten Teil des Artikels gehe ich der Frage nach, inwieweit und auf welche Weise es den Regisseuren gelingt, die Perspektive der Frau – sozusagen den weiblichen Blick – einzubringen und die ‘weibliche Subjektposition’ im gesamten Film zu privilegieren. Dabei konzentriere ich mich auf Chržanovskijs und Oertels Darstellung von heterosexuellem und lesbischem Sex in den vier Sexszenen des Films. Schließlich betrachte ich die Auswirkungen des Endes des Films auf die Darstellung der weiblichen Protagonistin und seine Bedeutung als Teil von Chržanovskijs erklärtem Ziel in DAU, die Vergangenheit als Vehikel zu nutzen, um über die Probleme der Gegenwart zu sprechen.

Veröffentlicht

2022-06-20

Zitationsvorschlag

Morley, Rachel. 2022. „‚Das Knirschen Von Sand Auf Fliesen. ‘: Formen Der Weiblichen Subjektivität in “DAU. Katja Tanja”“. Apparatus. Film, Medien Und Digitale Kulturen in Mittel- Und Osteuropa, Nr. 14 (Juni):83-132. https://doi.org/10.17892/app.2022.00014.293.